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Die Friedensschule

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Die Friedensschule wurde 1979 gegründet, um die Ideen von NSWAS über die Dorfgrenzen hinaus nach außen zu tragen.


Programme zum israelisch-palästinensischen Konflikt

Die Friedensschule wurde 1979 gegründet, um die Ideen von NSWAS über die Dorfgrenzen hinaus nach aussen zu tragen.

Die Schule arbeitet nach den Grundsätzen, die das Leben im Dorf von Anfang an bestimmt haben, d.h. sie fördert die Verständigung von Juden und Arabern durch persönliche Begegnung.

In unserer täglichen Arbeit ist die Vision einer humanen, egalitären und gerechten Gesellschaft allgegenwärtig. Ziel der Begegnungen von Juden und Arabern ist es, bei den Teilnehmern ein grösseres Bewusstsein für den Konflikt und ihre eigene Rolle darin zu entwickeln sowie sie in die Lage zu versetzen, ihre Identität im Austausch mit anderen zu erkunden und zu entfalten.

Als unabhängige, nichtstaatliche Organisation ist die Friedensschule auf die finanzielle Unterstützung durch Stiftungen und die “Freundeskreise von NSWAS” im Ausland angewiesen.

Die Friedensschule hat 5 hauptamtliche Programmbereichsleiter, 7 weitere Mitarbeiter und 20 freiberufliche Gruppenleiter, die für einzelne Projekte verpflichtet werden. Das Team setzt sich aus der gleichen Anzahl jüdischer und arabischer Mitarbeiter zusammen, die alle eine akademische Ausbildung in Sozialwissenschaften haben und auf die Arbeit als Moderatoren von Konfliktgruppen spezialisiert sind.

Der Direktorenposten der Friedensschule wird abwechselnd von einem jüdischen und einem palästinensischen Vertreter des Mitarbeiterteams besetzt. Alle Begegnungsaktivitäten werden jeweils von einem jüdischen und einem
arabischen Mitarbeiter gemeinsam geleitet, um eine perspektivische
Ausgewogenheit zu gewährleisten, denn es liegt in der Natur der Sache, dass das Einfühlungsvermögen der jeweils einen Seite in die Lage der anderen begrenzt ist.

Seit Gründung der Friedensschule haben mehr als 25.000 Juden und Araber an einer Vielzahl von Aktivitäten teilgenommen. Diese schliessen sowohl jüdisch-arabische Begegnungen wie auch Veranstaltungen für uni-nationale Gruppen ein. Die Programme richten sich an ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, zu denen OberschülerInnen, LehrerInnen, StudentInnen, Journalisten, Anwälte, Vertreter aus dem pädagogischen und therapeutischen Bereich sowie die allgemeine Öffentlichkeit zählen. Viele dieser Aktivitäten finden in NSWAS statt; andere werden an verschiedenen Orten in Israel und Palästina durchgeführt. Die wichtigsten Aktivitäten werden im Folgenden näher beschrieben.

Das Begegnungsprogramm für Jugendliche

Die Jugendbegegnungen gehörten zu den allerersten Veranstaltungen der neugegründeten Friedensschule und sind seit nunmehr 20 Jahren fester Bestandteil des Programms. Sie werden mit OberstufenschülerInnen der Klassen 11 + 12 durchgeführt, die sich für die Teilnahme am Begegnungsprogramm entschieden haben. An jedem dieser Begegnungstreffen nehmen Gruppen von 60-70 SchülerInnen teil, die sich paritätisch aus den beiden Bevölkerungsgruppen zusammensetzen. Die Begegnung findet in NSWAS statt und dauert 3 Tage. Das gegenseitige Kennenlernen umfasst den persönlichen, kulturellen und politischen Bereich.

Weitere Aktivitäten für Jugendliche:

- Jährliche Entsendung von Teilnehmern eines internationalen Sommerlagers in Deutschland
- Langfristige Gruppenbegegnungen an den Wohnorten der Jugendlichen.
- Treffen mit Jugendlichen, die führend in Jugendgruppen tätig sind, und Zusammenarbeit mit Schülerräten.
- Begegnungen zur Klärung von Konflikten zwischen Gruppen innerhalb der jüdischen Gesellschaft.
- Begegnungen zur Klärung von Konflikten zwischen Gruppen innerhalb der arabischen Gesellschaft.

Arabische und jüdische Jugendliche zu Beginn einer Begegnung

Begegnungen für Erwachsene

Veranstaltungen werden für Juden und Palästinenser aus allen gesellschaftlichen Schichten und für verschiedene Berufszweige angeboten. Am umfangreichsten ist das Programm für LehrerInnen. Das folgende Beispiel ist ein Kurs für Geschichts- und GemeinschaftskundelehrerInnen.

Ziel dieses Kurses ist die Schulung von jüdischen und palästinensischen Geschichts- und GemeinschaftskundelehrerInnen für den Umgang mit dem Konflikt in ihren Schulen sowie persönliche Kontaktaufnahme und Dialog zwischen LehrerInnen beider Völker. Es gibt hierfür zwei Kurstypen:

- Kurse für jüdische und palästinensische LehrerInnen in Israel und
- Kurse für jüdische LehrerInnen an israelischen Schulen und palästinensische LehrerInnen an Schulen in Palästina.

Weitere Programme für Erwachsene:

- Wochenend-Workshops für StudentInnen.
- Begegnungen für die breite Öffentlichkeit.
- Semester-Kurse für StudentInnen an Hochschulen in der Umgebung.
- Praktika für LehrerInnen.
- Workshops für SozialarbeiterInnen und andere Berufszweige.
- Workshops für Firmen bzw. Arbeitsbereiche und Organisationen mit gemischt-nationalen Mitarbeiterteams.

Dialog zwischen Palästinensern und Israelis

Nach dem Friedensabkommen von Oslo begann die Friedensschule damit, Zusammenkünfte von Palästinensern aus Palästina und Israelis zu veranstalten, um den Friedensprozess zwischen den beiden Völkern zu unterstützen. Alle diese Begegnungen werden von palästinensischen Organisationen mitgetragen, die selbst dafür werben und ihre Teilnehmer an den Treffen auswählen. Die Programme werden gemeinsam von Mitarbeitern der palästinensischen Organisationen und denen der Friedensschule ausgearbeitet und durchgeführt.

Die Programme im Überblick:

- Begegnungen von StudentInnen, OberstufenschülerInnen, Journalisten, Vertretern juristischer Berufe, LehrerInnen und UniversitätsdozentInnen.
- Gruppenleiterkurse, z.T. auch für reine Frauengruppen.
- Kurse für Geschichts- und GemeinschaftskundelehrerInnen (vgl. Begegnungen für Erwachsene)
- Vermittlerkurse für Rechtsanwälte
- Treffen zwischen Palästinsern aus Israel und Palästinensern aus Palästina.

Kurse

Akademische Kurse

- In Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten veranstaltet die Friedensschule Kurse zum jüdisch-arabischen Konflikt. Ziel dieser Kurse ist es, die Prozesse innerhalb eines Konflikts zwischen Gruppen kennenzulernen, und zwar im Rahmen eines über längere Zeit von erfahrenen Moderatoren begleiteten
Gruppenprozesses zwischen arabischen und jüdischen StudentInnen. Folgende Universitäten nehmen an diesen Kursen teil:

Die Universität von Tel Aviv/Sozialpsychologische Fakultät (seit 1990); die Ben-Gurion-Universität/Fakultät für Verhaltensforschung und Pädagogik
(seit 1993); die Hebräische Universität Jerusalem/Fakultät für
Kommunikationswissenschaften u. Psychologie (seit 1996) und (seit 1998) auch die pädagogische Fakultät; die Universität von Haifa/Sozialpsychologische
Fakultät (seit 1997).

Gruppenleiterkurs

Ziel: die Ausbildung von Frauen und Männern zu Gruppenleitern von Begegnungs-Workshops für Juden und Araber nach der von der Friedensschule entwickelten Methode. Einige der Kursabsolventen werden von der Friedensschule übernommen, andere werden für verschiedene andere Organisationen tätig. Der Kurs findet alljährlich statt und wird von einer kleinen Anzahl ausgesuchter StudentInnen besucht, von denen die eine Hälfte Juden, die andere Araber sind. Das Kursprogramm wurde aus unserer jahrelangen praktischen Erfahrung entwickelt und besteht aus vier Teilen:
- Erfahrung im Dialog
- Vorträge zur Theorie
- Trainingstechniken
- Praktische Anwendung

“Frauen in Zeiten der Veränderung”

Ziel dieses Kurses ist es, weibliche Führungskräfte heranzubilden, die den Status der Frau in der Gesellschaft verbessern.

Der Kurs wurde 1996 in Zusammenarbeit mit der Schule für Sozialarbeit an der Universität von Tel Aviv eingerichtet. Jedes Jahr nehmen etwa 50 jüdische und arabische Frauen aus benachteiligten Gemeinden daran teil. Der Kurs dauert ein Semester und besteht aus folgenden Teilen: Theorie, Diskussion in getrennt-nationalen Gruppen sowie bi-nationale Gruppenveranstaltungen zum arabisch-jüdischen Konflikt.

Internationale Aktivitäten

Programme mit Konfliktgruppen im Ausland

Das Team der Friedensschule veranstaltet Programme in Zusammenarbeit mit Organisationen und Institutionen in verschiedenen anderen Konfliktgebieten wie z.B. Nord-Irland und Zypern. Dazu gehören Begegnungen, Gruppenleiter-Training und Erfahrungsaustausch. Darüber hinaus besuchen wir Partner im Ausland oder laden zu Besuchen bei uns ein. Die Zusammenarbeit mit Menschen in anderen Ländern, die sich in ähnlichen Bereichen engagieren, ermöglicht den Erfahrungs- und Wissensaustausch in beide Richtungen und bringt uns in unserer Arbeit voran.

Danksagung

Wir möchten uns bei allen Stiftungen und einzelnen Menschen für ihre grosse Unterstützung bedanken, ohne die wir unsere Arbeit nicht fortsetzen könnten. Sie werden namentlich im Jahresbericht der Friedensschule und im NSWAS- Rundbrief aufgeführt. Besonders hervorheben möchten wir allerdings die langjährige und regelmässige Unterstützung der Freundeskreise von NSWAS in der ganzen Welt, den New Israel Fund, den Abraham Fund, dem United States Institute for Peace, der Europäischen Kommission sowie den Botschaften der Vereinigten Staaten und Kanada.

Auszeichnungen

Im Laufe der Jahre haben NSWAS und die Friedensschule zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den Niwano Friedenspreis (Japan), den Beyond War Award (USA), die Buber-Rosenzweig-Medaille (Deutschland), den Preis der Bruno Kreisky-Stiftung, den Paul Harris Preis, den Marcus Sieff Award, den Armstrong Preis und andere. Ausserdem wurden das Dorf und die Friedensschule bereits fünfmal für den Nobelpreis nominiert.

Kontaktaufnahme

Die Friedensschule
Neve Shalom/Wahat al-Salam
99761 Doar Na Shimshon, Israel
Tel: 972 2 999 1736
Fax: 972 2 999 2697

E-mail: sfp

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