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Das Friedenspferd

Mittwoch 1. März 2006, von Ety Edlund

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(1) Anfangs Dezember kam in der Schule eine riesige schwere Kiste an. Die Kinder fragen und wundern sich, „Was wohl darin sein kann. Ein Klavier, ein Schrank?“

„Ein Pferd, ihr Kinder, ein Pferd!“

Ein großes weißes Pferd, das uns aus Aachen in Deutschland vom Kindermissionswerk gesandt worden ist. Und nicht nur uns. Viele Pferde in drei verschiedenen Größen hat man an verschiedene Orte in der weiten Welt versandt, an Orte, wo man nicht nur vom Frieden spricht, sondern ihn auch lehrt.

(2) Unter großer Spannung öffnen wir die Kiste, bahnen uns einen Weg zu ihm durch die Verpackung, die ihn umhüllt. Was für eine „lebendige“ und beeindruckende Kreatur.

(3) Das Gerücht verlieh ihm Flügel. Die Kinder laufen aus den Klassenzimmern zum Tier, das von irgendwoher zu uns herabgestiegen ist, stecken die Hand aus, um es zu streicheln und es willkommen zu heißen.

(4) Ein großes weißes Pferd befindet sich im Kunstraum. Die Kinder können ihre Augen nicht von ihm lassen und zeichnen es.

Wirklich war ja das Pferd dazu geschickt worden, damit die Kinder es bemalen, aber wie soll man anfangen?

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Alle Kinder der Schule erhielten einen Eindruck vom Pferd und wurden eingeladen Ideen zum Anmalen vorzuschlagen. Die Kinder wurden auch aufgefordert sich mit ihren Familien zu beraten. So nahm die ganze Schulgemeinde an der Malaktion teil. Viele Vorschläge wurden eingebracht, so zum Beispiel: (5/6)

Zipi, die Kunstlehrerin, wählte vom ersten bis zum 8.Jahrgang in jeder Klasse zwei Kinder aus, jüdische und arabische. Sie gingen voller Eifer ans Werk.

(7) Ihre erste Aufgabe war, zu entscheiden, welche Idee ihre Arbeit leiten solle.

Nach vertiefter Betrachtung der gemalten Bilder, die auf ihrem Tisch waren, (8) und nach emotionellem Ringem und Diskussionen wurden von allen 3 Hauptmotive gewählt:

Neve Shalom/Wahat al Salam mit den Symbolen der drei Religionen, Tag und Nacht und der Frieden. Themen, die so sehr auf das Leben der Kinder in unserer Schule einwirken. Als man sich auf die Richtung geeinigt hatte, saßen alle um den Tisch, versuchte man Stilformen, Linien, Symbole, und das weiße Pferd wartete auf sie gleichmütig und verständig.

(9) Nun los auf das Pferd. Mädchen aus der ersten Klasse mit Kindern der Mittelstufe und aus den Klassen dazwischen stürzen sich mit Feingefühl und Vorsicht auf das Pferd.

(10) Zuerst zeichnen sie mit Bleistift die Symbole der drei Religionen, die das Wesen unserer so einzigartigen Schule ausdrücken.

(11) Und wie konzentriert arbeiten sie.

(12) Was für ein Glück, das es imTeam auch Kleine gibt, die leicht an den Bauch kommen, fast ohne sich zu bücken

(13) Die Arbeit am Pferd erstreckte sich über zwei Monate, unterbrochen von Ferien und Feiertagen. Die jungen Maler ließen keine Gelegenheit aus zu kommen und mit der Arbeit fortzufahren. Und als ich kam um zu fotografieren, wurde ich schon von dem Fortschritt überrascht.

(14) Wirklich Tag und Nacht auf einem Pferd.

Aber ich vergaß, unsere jungen Maler vorzustellen:

(15) Anat und Ranin aus der ersten Klasse

(16) Madlen und Zohar aus der 2.Klasse

(17) Rima, Eden und Chatin aus der 3.Klasse

(18) Manhal und Roni aus der 4.Klasse

(19) Uri und Rani aus der 5.Klasse

(20) Nur und Alon aus der 6.Klasse

(21) Amira und Sari aus der Mittelstufe (Auch Ahmad und Noran wirkten mit, sie sind auf Bild 26 zu sehen).

Alle weißen Pferde werden nach den Ideen ihrer Maler farbig geschmückt nachhause kommen. Man erzählte uns, daß ein großer Umzug in Aachen in Deutschland stattfinden wird. Im August wird in Aachen die Weltmeisterschaft im Pferdesport stattfinden. Die Pferde werden auf den Straßen der Stadt an einer Parade teilnehmen und nachher auf einem großen Platz zusammenkommen. Dort werden die Pferde öffentlich versteigert. Die Erlöse dieser Veranstaltung werden Aktivitäten für den Frieden zugute kommen.

(22) Wir sind schon fast am Ende des Weges. Momentmal! Es ist unmöglich, das Pferd ohne Reisesegen auf den Weg zu schicken. Die Schulkinder, die in jeder Kunststunde sehen, wie das neue Aussehen des Pferdes immer mehr Gestalt annimmt, versammeln sich voller Begeisterung und wünschen ihm Erfolg, „gute Reise!“ „Inshaallah, daß du der Schönste wirst und Erfolg hast!“ „Daß du imWettbewerb erfolgreich bist!“ „Daß es dir im neuen zuhause gut gehe!“ und weitere schöne von Herzen kommende Segenswünsche.

(23) All die guten Wünsche haben sie dann in ein Säckchen gepackt, das sie an den Hals des Pferdes hängten, damit es auf der Reise nachhause nicht traurig werde.

Schließlich kam dann der Augenblick.

(24-25) Auf einem improvisierten Wagen ziehen sie das schöne Pferd auf den Schulhof. Alle Kinder der Schule kommen und sind von seinem farbigen Outfit begeistert. Eine Nacht der Geduld mit einer Sonne umfassend geschmückt mit Worten des Friedens.

(26) Ein letztes Bild von den Malern mit ihren Freunden bei dem Ereignis.

(27) Schließlich kommt das Pferd in die Kiste und macht sich auf den Weg.

Ein Dank an das Kindermissionswerk, das uns die Gelegenheit gab, bei diesem kreativen Ereignis mitzumachen und auf diesem Wege seine Unterstützung unserer pädagogischen Arbeit gegeben hat, die versucht zwischen diesen so vielen Konflikten eine Brücke zu bauen.


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