Rundbrief               11 / 2000

Liebe Freunde unseres Friedensdorfes in Israel

der Rundbrief war für Oktober geplant, Er sollte Erfreuliches berichten; die Eröffnung des neuen Schuljahrs an der Grundschule in Neve Shalom/ Wahat al Salam mit 250 Schülern, die sehr gut gelungene Tagung in Bendorf, zurückblicken auf die 25 Jahre unseres Vereins der Freunde usw.

Die furchtbaren Ereignisse in Israel und Palästina haben dies total verdrängt. Weil ich hoffte, doch noch über eine Besserung aus Israel berichten zu können, habe ich den Rundbrief immer wieder verscho­ben. Ich bekomme aber laufend be­sorgte Anrufe, wie es den Freunden in der Friedensoase geht. So können wir nicht länger warten,.

Die Medien waren in den letzten Wochen voll schrecklicher Bilder aus dem Nahen Osten. Daher verzichten wir auf ein Bild dazu. Nun hat man sich anscheinend an die täglichen Steinwürfe und Schieße­reien gewohnt und geht wieder zu anderen Themen über. Ein Fax aus NSH/WAS teilte uns mit, daß ein (nichtöffentlicher) deutscher Fernsehsender im Dorf gedreht habe,, der Bericht werde morgen gesendet. Dies wurde er aber nicht. Auf unsere Nachfrage erklärte man, da es nun etwas ruhiger geworden wäre, hätte man die Nachricht aus dem Dorf vorläufig verschoben. Am Tag danach waren wieder Hunderte verletzt und 4 Palästinenser tot. Bis zum 2.11. gab es schon über 160 Tote, meist Palästinenser, und über 6000 Verwundete, die Hälfte Kinder.

Wie geht es in diesen schrecklichen Tagen den Familien in der Friedens­oase? Wie reagieren sie im Dorf, in der Friedensschule, in der Schule auf die gewalttätigen Ereignisse?

Auf den Mittelseiten berichten  unsere Freunde von ihrem Einsatz für den innenpolitischen Frieden in Israel.

 Ist der Friedensprozeß gescheitert?

Prozeß kommt vom lateinischen procedere, vorwärts schreiten. Nach einigen Fortschritten gab es nun leider einen schrecklichen Rückschlag. Wie konnte dies am 1.Oktober 2000, dem jüdischen Neujahrstag, geschehen, wo doch der israelische Ministerpräsident sich gerade zu Zugeständnissen bereit erklärt hatte, die noch keiner seiner Vorgänger gemacht hatte? Wie kam es zum verzweifelten Auf­stand der Palästinenser gegen die israelische Übermacht? Man sollte sich nicht mit der Erklärung begnü­gen, daß Ariel Sharon gegen die Zugeständnisse Baraks mit der Demonstration auf dem Tempelberg bewußt provozieren wollte, bei der er von massivem Polizeiaufgebot und Fernsehteams begleitet wurde. Leider haben Palästinenser darauf die  in ihrem Ausmaß von ihm vielleicht doch nicht so stark – erwar­tete Reaktion gezeigt. Es scheint nun, daß Sharon, seit jeher Gegner eines gerechten Friedens mit den Palästinensern, für die erneute Provokation mit einem Regierungssitz belohnt wird. Er hatte 1982 Begin in den Libanonkrieg manövriert, war dort für das Massaker in Sabra und Shatila verantwortlich, weil er der Falange die Macht über die Flücht­lingslager gab, obwohl sie den Palästinensern wegen der kurz vorher geschehenen Ermordung ihres Vorsitzenden Bashir Dshemayel Rache geschworen hatte. 1987 war Sharon durch den Kauf eines Hau­ses in der arabischen Altstadt und dessen Bezug mit starker militärischer Begleitung einer der Auslöser der Intifada. Machtmenschen wie er vertrauen nur auf militärische Mittel. Doch läßt sich nicht alles an ihm, nicht alles an der Hamas auf der anderen Seite festmachen. Deren Führer, Sheich Jassin, wäre nur zu einem Frieden bereit, wenn jeder Meter, jedes Haus, jeder Garten, der vor 1948 Arabern gehört hatte, den Israelis wieder abgenommen ist. Er will das Rad der Geschichte mit Gewalt zurückdrehen.

In den Medien sehen wir die bluti­gen Unruhen und hören Leute auf der Straße sagen, daß die Lösung des Konflikts nur mit Gewalt zu erreichen sei. Wir wollen hier dage­gen der Meinung derer Raum geben, die sich trotz allem für den Frieden einsetzen, weil sie wissen, daß Juden und Palästinenser auch in Zukunft auf dem selben kleinen Fleck Erde leben müssen.

Unsere Freunde haben zusammen mit anderen Friedensgruppen, mit palästinensischen und jüdischen Freunden in den letzten Wochen sehr viel getan. Das Dorf ist für die Friedensbewegung in Israel zu einem Sammelpunkt geworden, ein Rückhalt im Widerstand gegen sinnlose Gewalt. Wir wollen es in diesem Kampf nicht alleine lassen, ihm jetzt beistehen. Da unsere Unterstützung noch sehr lange nötig sein wird, haben wir beschlossen, eine Bruno-Hussar-Stiftung zu gründen, die dies auf Dauer sichern soll. Wir vertrauen auf Ihre Hilfe.


Ihr Hermann Sieben

 

Wie reagierte das Dorf?

 Das Friedensdorf nahm zu den blu­tigen Unruhen wiederholt Stellung:

   

 

 

 

 

1.Oktober 2000    Demonstration

50 arabische und jüdische Erwach­sene und Kinder von NSH/WAS demonstrierten an der Straßenkreuzung Nachshon gegen die nach Sharons Besuch an der Al-Aqsa-Moschee ausgebrochene Gewalt. Sie verteilten Flugblätter:

„Eine Katastrophe geschieht. Kinder und Erwachsene werden ermordet, nur wenige Kilometer von hier. Das Töten muß sofort aufhören!“

Auf Plakaten protestierten sie gegen die Gewalt und forderten den Rückzug der Siedler und der Armee aus Gaza und der Westbank. An der vielbefahrenen Kreuzung schlossen sich den Demonstranten spontan Leute aus der Gegend an, die ihre Autos verließen und sich zu ihnen stellten. Andere hingegen schrieen, spuckten und drohten. Doch im Gegensatz zu anderen Demon­strationen des Tages, die tragisch endeten, blieb diese friedlich.

6.Oktober 2000 Stoppt das Feuer!

Über 60 Organisationen in Israel, darunter NSH/WAS, forderten in einer in der Zeitung Ha’aretz veröf­fentlichten Erklärung u.a.:

„Wir, palästinensische und jüdische Organisationen für soziale Veränderung und Menschenrechte im Staat Israel stehen vereint in Trauer um die, die in den letzten Tagen getötet wurden. Wir klagen das Töten an und das brutale Vorgehen der israe­lischen Polizei gegen demonstrierende palästinensische Bürger Israels. Wir verlangen von der israelischen Regierung ein Verbot des Schußwaffengebrauchs gegen die eigenen Bürger, ein Ende der Politik der Unterdrückung und Diskriminierung der palästinensischen Bürger und eine Untersuchung der Polizei­aktionen. Wir rufen auf zur Erneuerung eines demokratischen Dialogs zwischen allen Bürgern und Verant­wortlichen in Israel – Juden und Palästinensern – damit wir in Fairness und gegenseitigem Respekt zusammenleben können.

8.Oktober 2000    Einladung zu Notstandstreffen in NSH/WAS.

 

9.Oktober 2000   Die Grundschule in der Situation

Im Unterschied zu anderen Rahmen bemüht sie sich, Gleichheit in ihrem jüdisch-arabischen Lehrkörper und unter den Schülern zu erreichen. Die gegenwärtige Krise machte tiefe Diskussion unter den Lehrern nötig. In einer Sitzung drückten die Lehrer Gefühle der Bedrückung und Bestürzung aus. Man beschloß im Team zusammenzuarbeiten um den Kindern zu helfen, mit ihren Gefüh­len und der Situation draußen zurechtzukommen. In Gesprächen und bei kreativer Arbeit im Klassenzimmer entsprechend dem Alter und den Nöten der Kinder konnten sie ihre Gefühle und Erfahrungen beschreiben, erzählen, was sie von ihren Eltern und den Nachrichten gehört hatten.

Yasmin, die kreatives Denken unter­richtet, ließ in ihren Klassen die Idee von 2 Königreichen gestalten, eines mit dem Ideal von Harmonie, das andere mit dem von Krieg und Kon­flikt. Die Kinder malten Bilder von den beiden Königreichen. Sie fan­den, daß sie sich viel wohler fühlten beim Zeichnen des Landes der Harmonie. Einige Kinder sagten, daß sie den Unterschied zwischen Palästinensern, die in Israel leben, und denen in Palästina, nicht verstehen. Ein palästinensisches Mädchen beschrieb, wie eine jüdische Freundin sie angerufen hatte,die verstört war, weil Palästinenser auf ihr Auto Steine geworfen hatten.

Mit den Eltern will man sich zusammen mit dem Elternausschuß beschäftigen und sie sowohl zu uninationalen, als auch danach zu binationalen Treffen einladen. Zu Schulen in der Region, wo es zum Teil gewalttätige Vorfälle gab, nahm man Kontakt auf und will helfen, gestörte Beziehungen zu reparieren.Trotz der Krise ist die Schule fest entschlossen, alle Kinder - die Juden und die Palästinenser - zu einer Gesellschaft, die auf Frieden, Gerechtigkeit und gegenseitiger Achtung baut, zu erziehen.

 

11.Oktober 2000

Notstandstreffen in NSH/WAS

Etwa 200 Vertreter verschiedener Organisationen, die sich um sozialen Wandel in Israel mühen, waren der Einladung vom 8.10. gefolgt.

Anwar Daoud sprach für den Gast­geber. Nach Worten des Geden­kens der vielen Menschen, die in den beiden Wochen ihr Leben ver­loren, sagte er, die Verantwortlichen für das Töten müßten zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Staat dürfe mit seinen Bürgern nicht in dieser Weise umgehen. Der einzige Weg Blutvergießen zu vermeiden sei zum Verhandlungstisch zurück­zukehren. Der Staat müsse seine arabischen Bürgern endlich an den Entscheidungen teilnehmen lassen. Die Vertreter anderer Gruppen gaben ähnliche Statements.

Jeff Halper vom Komitee gegen Hauszerstörung übernahm die Ko­ordinierung zukünftiger Aktionen.

21.Oktober Friedensfahrt in den Norden

Etwa 25 Fahrzeuge brachen von NSH/WAS für eine ganztägige Rundfahrt zum Norden Israels auf. Unterwegs schlossen sich viele andere an. So wurde die Autokolonne ein kräftiges Zeugnis für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zwi­schen den beiden Völkern. An den Autos hingen Plakate in Hebräisch und Arabisch mit Sätzen wie:“Eine Hand für den Frieden, nicht ein Finger am Abzug!“ Andere verlangten unverzüglich eine offizielle Untersu­chung des Tötens von 13 palästi­nensischen Bürgern Israels durch die Polizei. Während der Fahrt be­suchten sie Friedenszelte, die von arabischen und jüdischen Bürgern am Straßenrand errichtet worden waren. Es war gerade das jüdische Laubhüttenfest. Sie besuchten Fa­milien von drei Opfern: Die Bürgermeister von Taibeh, Arabeh und Nazareth hielten Ansprachen. Man sprach mit den trauernden Familien, vor allem aber hörte man zu, was die Angehörigen und die Vertreter der Stadt zu sagen hatten. Sie waren über ihre Behandlung durch den Staat verärgert. Zur Ungerechtigkeit habe er auch noch Beleidi­gung dazugefügt, indem er sich ihrer Notlage gegenüber völlig in­different gezeigt habe. Kein offizieller Vertreter des Staates habe sie besucht und die Polizei habe auch das normale Untersuchungsverfahren zum Tod der Opfer nicht ange­wandt. Man erkläre sie für das Geschehene schuldig. Sie würden nun von der jüdischen Gesellschaft boykottiert, so daß viele Araber ihr Einkommen verloren haben. Yassir Yassin, Bürgermeister von Arabeh, sagte, „Wir haben an Koexistenz geglaubt, aber nun kämpfen wir nur noch für die Existenz. Es ist schok­kierend zu hören wie die, die unsere Söhne töteten, sich vor jeder Ver­antwortung drücken.“

Anwar Daoud sagte, sie seien gekommen, um Unterstützung und Solidarität auszudrücken. Was geschah, solle als Weckruf an die Gesellschaft dienen. Man müsse sich nun gemeinsam um eine Gesellschaft bemühen, in der es echte Gleichheit und Gerechtigkeit für alle Bürger gibt.

Beim Abschluß in Haifa beteiligten sich die Teilnehmer der Autokolonne an einer Demonstration vor der Stadthalle, die von verschiedenen Friedensgruppen veranstaltet wurde. Es sprachen u.a. der Bürgermeister von Haifa Amram Mitzna, Shulamit Aloni und Anwar Daoud. Nach 18 Stunden auf der Straße kamen die Mitglieder von NSH/WAS nachhause.

Die gute Berichterstattung in den Medien erreichte sowohl die jüdi­sche als auch die arabische Bevölkerung. Sie zeigte, daß Juden und Araber immer noch gemeinsam versuchen, die Kluft zwischen sich zu überwinden. Sie haben damit der Regierung die Mahnung gegeben, Ungerechtigkeit zu bekämpfen und nicht unbewaffnete Demonstranten.

25.Oktober 2000    Eine Erklärung der Friedensschule

Die lange Erklärung kann leider nur gekürzt wiedergeben werden:

„Auf einmal befanden wir uns in einer Position, die wir vorher nicht in diesem Umfang hatten. Wir wurden ein Zentrum der Unterstützung für viele einzelne und für Organisationen in der jüdischen und in der arabischen Gesellschaft.

Schmerzlich ist die Nachricht, daß 13 israelische Palästinenser von der Polizei getötet wurden, unter ihnen zwei Teilnehmer der Friedensschule. Wissam Izbac wurde getötet, als er versuchte sein Haus vor Juden aus Obernazareth zu schützen, die den östlichen Stadtrand von Nazareth angriffen. 1992 hatte er an einer Jugendbegegnung in der Friedensschule teilgenommen.

Asil Assaleh rannte in Arabeh vor der Polizei weg. Er bemerkte, daß sein Freund fiel, lief zurück, um nach ihm zu sehen, er war tot. Die Polizei kam und erschoß Asil. Er hatte 1999 an einem Jugendworkshop in NSH/WAS teilgenommen. Jedesmal suchen wir vier Teilneh­mer aus, die ernst und aktiv am Dialog teilgenommen haben, und interviewen sie. Wir werden der Mar-Elias-Oberschule in Ibelin, wo Asil Schüler war, das Interview mit ihm zusenden und es in unserem Jahresbericht veröffentlichen.

Nach langen Überlegungen schrieben wir ein gemeinsames Manifest, als Kompromiß das Ergebnis guten Willens. Seit Jahren sagen wir, daß die Situation in Israel nicht symmetrisch ist. Das Manifest wurde im redaktionellen Teil von Ha’Aretz, Al-Sanara und Fassel Makel veröffentlicht. In diesen Zeitungen erreichte es Leser auf beiden Seiten. Es rief vielfältige Reaktionen und Diskussionen im Land hervor. Ein Ergebnis war, daß wir von vielen jüdischen und arabischen Institutionen um Rat und Hilfe gebeten wurden.

Kugeln können die Flut von Bewußtsein nicht aufhalten(8.10.)

Aus unseren workshops wissen wir, wenn Araber sich stärker fühlen und ihr Recht verlangen, daß dann oft Juden sich zu fürchten beginnen und aggressiv reagieren. Wir sahen nicht voraus, daß das, was bei unseren Begegnungen passiert, sich in der Wirklichkeit so schnell und so barbarisch ereignen würde. Der Dialog in den Medien unter Juden offenbart einen blinden Dogmatismus, ein sich Verweigern, die Realität vor unseren Augen wahrzunehmen. Was die Leute nicht sehen wollen, ist, daß dieser Streit um den Wert jeder Person geht, um die Achtung des anderen Menschen.

Das Establishment sieht die Araber weiterhin durch die Brille der Militärverwaltung als Kinder, die gezähmt werden müssen. Es tut sich schwer zu akzeptieren, daß sie freie Menschen sind, und daß die Vorbe­stimmung jeder Unterdrückung ein Aufstand ist.

Die gegenwärtigen Ereignisse waren vorhersehbar, ein Ergebnis des wachsenden Bewußtseins der arabischen Gesellschaft gegenüber der Unterdrückung und Demütigung, die unerträglich geworden ist.

Juden in Israel haben es in der Hand weitere Verschlechterung der Situation zu verhindern, indem sie die Palästinenser, die unter ihnen leben, als legitime nationale Minderheit anerkennen, indem sie auf das Gefühl, Herr im Haus zu sein, verzichten und etwas von ihrer Macht loslassen, um Platz zu schaffen für eine gerechtere Lösung der Beziehungen zwischen Juden und Arabern in Gleichberechtigung.

 Die Leiterin der Friedensschule Nava Sonnenschein sprach telefo­nisch mit dem Polizeiminister Ben Ami und schrieb ihm einen Brief. Sie gab auch den Anstoß zu Ver­mittlungen an den verschiedenen Universitäten zwischen den Vertretungen der arabischen Studenten und den Präsidenten der Universitäten. Wir konnten vermitteln, weil wir bei beiden einen guten Stand haben.

Im November werden alle Aktivitä­ten wie vorgesehen durchgeführt, mit Ausnahme der mit der palästinensischen Selbstverwaltung.“

Gefragte Gesprächspartner für Zeitungen, Radio- und Fernsehsender aus Israel und dem Ausland waren in diesen Tagen alle Abtei­lungen des Dorfes.

Bruno-Hussar-Stiftung

Bei der Mitgliederversammlung am 16.9.2000 konnten wir nicht nur auf ein Jahr sondern auf 25 Jahre en­gagierter Arbeit für unser Friedensdorf in Israel und damit für den Frieden im Nahen Osten zurückblicken. Am 27.7.1975 war der Verein von Teilnehmern der Jüdisch-Christlichen Bibelwoche in Bendorf gegründet worden. Seitdem haben wir viel zur Entwicklung des Friedensdorfes beigetragen, am Anfang z.B. den Bau der einfachen Jugendherberge für die Teilnehmer der Friedensschule. Dafür hatte Dr.Charlotte Schiffler, damals 1.Vorsitzende, ihr Haus in Frankfurt mit einer Hypothek belastet. Wir unterstützten u.a. die Arbeit der Friedensschule und der Grund­schule mit Kindergarten, den Bau des neuen Gästehauses und der Schule. Seit 1987 wurden aus Deutschland ca. 4 Millionen DM zum Aufbau und für die Arbeit der Oase des Friedens überwiesen.


Die Ereignisse zeigen, daß die friedenspädagogische Arbeit in Israel noch sehr lange notwendig sein wird. Daher haben wir beschlossen eine Stiftung zu errichten, die diese Arbeit in Zukunft sichern soll. Stif­tungen können für Förderer interes­santer sein, weil dabei ihre Gabe nicht sofort in aktuellen Notwendig­keiten verbraucht wird, sondern im Stiftungskapital erhalten bleibt. Dem Stiftungszweck fliessen nur die Zinsen oder Erträgnisse zu. Die sind zwar nur Prozente des gestifteten Geldes, können aber auf Dauer als jährlicher Zuschuß eingeplant werden.

Fachleute gaben den Rat, den Verein und seine Kollekten für drin­gende Bedürfnisse im Friedensdorf beizubehalten, daneben aber eine Stiftung zu gründen, deren Statuten und Name sich von denen des Ver­eins unterscheiden sollten. Der Vorstand hat deshalb beschlossen, sie „Bruno-Hussar-Stiftung“ nach dem Gründer der Friedensoase zu nennen. Da der Stiftungszweck auf Dauer angelegt sein muß, kann die Unterstützung eines Dorfes auch nicht als Zweck angeben werden. Während in der Vereinssatzung steht:

Der Verein will das friedliche Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen in Israel för­dern. Dazu unterstützt er das Werk des Dominikanerpaters Bruno Hussar, Jerusalem.“

 wird in der Satzung der Stiftung stehen:

„Die Stiftung will das friedliche Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen in Israel/Palästina im Sinne des verstorbenen Dominikanerpaters Bruno Hussar, Jerusalem, fördern.“

Die für Stiftungsgründung zuständigen Mitarbeiter der Bezirksregierung und der Oberfinanzdirektion Köln haben uns grünes Licht gege­ben, vorausgesetzt, wir bringen ein Gründungskapital von mindestens 100.000,- DM zusammen, damit der Stiftungszweck realistisch durch die Zinsen gefördert werden kann.  Nach den Vorschriften dazu können wir aus dem Vereinsvermögen nur einen kleinen Betrag nehmen. Das meiste muß durch zusätzliche Spenden kommen, um die wir Sie bitten. Die Zuwendungen können auf das Konto des Vereins mit dem Stichwort „Bruno-Hussar-Stiftung“ eingezahlt werden. Wer lieber für die direkten Nöte des Dorfes jetzt, oder für die Arbeit der Friedensschule, der Grundschule oder das Gästehaus spenden will, kann dies entsprechend angeben.

Wer mit größeren Beträgen Mitstifter (s.u.!) sein will, möge dem e.V. eine schriftliche Zusicherung schicken, daß man bei der Errichtung der Stiftung anfangs 2001 eine be­stimmte Summe in die Stiftung ein­bringen wird.

Der Bundestag hat am 14.7.2000 im Gesetz zur Förderung von Stiftun­gen die Abgabenordnung großzügig geändert. Über die bisher mögliche Abschreibung sind Zuwen­dungen an Stiftungen öffentlichen Rechts bis zu einem Betrag von DM 40.000,- abziehbar. Anläßlich der Neugründung können im Jahr der Gründung und den folgenden 9 Jahren Zuwendungen bis zu DM 600.000,- abgezogen werden (so­weit das Gesetz). Zu weiteren Aus­künften sind wir gern bereit.

Insel der Vernunft

 Die große israelische Tageszeitung „Yedioth Achronot“ brachte unter diesem Titel am 12.10.2000 einen ausführlichen Artikel über das Friedensdorf Er schließt: „Sie sind eine kleine Gemeinschaft. Die Bewohner kommen sich manchmal verwirrt und verloren innerhalb der großen Unruhe um sie herum vor. Doch Daphne sagt: Deswegen zählen wir manchmal bis 10, schlucken unseren Ärger herunter und machen weiter!“

In der „Baltimore Sun“ vom 29.10. stand ein Bericht über die Oase des Friedens: In Tagen gewalttätiger Auseinandersetzungen im Land sei in ihr viel Verständnis und Unter­stützung für einander zu spüren. Die Politiker sollten aus den Erfahrungen dieser kleinen Gemeinschaft lernen!

Die Informationen von S. 2 u. 3 finden Sie ungekürzt im Internet unter www.nswas.com . Wegen der Ereignisse mußten wir vorbereitete Beiträge verschieben. Den Bericht über die Jahrestagung vom 15.-17.9.2000 in Bendorf fin­den Sie auch im Internet oder wir schicken ihn auf Wunsch gerne zu.

 

 Rundbrief (Jun 00)  Rundbrief (Dez 99)  Rundbrief (June 99)

 

© 2000 Verein der Freunde von Neve Shalom/Wahat al-Salam
e.V. Geschäftstelle: Sonnenrain 30, 53757 Sankt Augustin.

Revised: 16-Dec-2001.