Rundbrief               11 / 2002

 

Friedenspreis für die Friedensschule von Neve Shalom / Wahat al Salam

Im Frühjahr 2003 wird die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) den von ihr 1998 gestifteten Friedenspreis zum 2. Mal verleihen und zwar diesmal an unsere Friedensschule. Dies wurde am 4.11.02 bei einem sehr ansprechenden Benefizkonzert der DIG AG Berlin bekanntgegeben, dessen Reinerlös der Friedensschule zugute kommen soll.

Frau Magdalene Krumpholz, bis vor kurzem Vizepräsidentin der DIG, begründete den Beschluß im Programmheft dieses Konzertes u.a. wie folgt:

„Ausschlaggebend für die Wahl war, daß der Arbeit der Friedensschule die gleichen Prinzipien zugrunde liegen wie der Dorfgemeinschaft. Beide Volksgruppen sind in jeder Beziehung gleichberechtigt. Das wird u.a. im Gebrauch der beiden Sprachen sichtbar, die in allen Bereichen gleichwertig sind, und arabische wie jüdische Seminarteilnehmer sollen sich nicht als Besucher, sondern "zu Hause" fühlen. Alle Programme der Friedensschule werden von einem jüdisch-arabischen Team geleitet. Von Bedeutung sind auch die Reichweite und Nachhaltigkeit der Arbeit der Friedensschule im ganzen Land. Sie will durch ihre stetige Arbeit zum Abbau der Spannungen zwischen Juden und Arabern in Israel beitragen. Außerdem hat die Friedensschule Modelle zur Konfliktlösung ausgearbeitet und erprobt, die sich sowohl auf eine langjährige Praxis gründen als auch auf wissenschaftliche Forschungen. Sie sind so überzeugend, daß sie auch in anderen Konfliktländern angewandt werden, z.B. in Jugoslawien und Irland. Insofern reicht ihre Bedeutung weit über Israel hinaus."

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse schrieb in seinem Grußwort über die Friedensschule u.a.:

„Dennoch gibt es auch jetzt Zeichen der Hoffnung, Ansätze für das friedliche Zusammenleben von Juden und Arabern, den Beweis, daß es möglich ist. Seit 25 Jahren leben in dem Dorf Neve Shalom/Wahat al Salam arabische und jüdische Israelis gleichbe-rechtigt, freundschaftlich und respektvoll zusammen... Zu diesem Modell gehört auch die Friedensschule. Sie wird oft als Vorreiterin eines gelungenen Kon fliktmanagements bezeichnet, weil die jüdischen und arabischen Teilnehmer dort ein Bewußtsein für die Chance erlernen, den mörderischen Konflikt zu überwinden, ohne ihre eigene Identität und die der anderen zu gefährden, sondern sie im Gegenteil zu erkunden und zu entfalten. Ich wünsche mir, daß sich die politisch Verantwortlichen in der Region von diesem ungebrochenen Friedens- und Verständigungswillen inspirieren lassen, damit die Spirale von Gewalt und Gegengewalt endlich ein Ende findet. Friedliche Lösungen sind selten unkompliziert. Sie gehen meist mit Kompromissen einher. Das kann enttäuschend, ja auch schmerzvoll sein. Aber sie sind eine tragfähige Grundlage für ein dauerhaftes friedliches Zusammenleben."

Der Botschafter des Staates Israel, Shimon Stein, erklärte in seinem Grußwort u.a. "..Der Erlös des Konzertes kommt dem Friedensdorf Neve Shalom/Wahat al Salam zugute - einem beispielhaften Projekt, das von unbändigem Friedenswillen und einer gehörigen Portion generationsverbindendem Optimismus zeugt, denn eines ist klar: Nur gemeinsam können Israelis und Palästinenser eine friedliche Zukunft gestalten. Lassen Sie mich deshalb an dieser Stelle meinen aufrichtigen Dank für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung zum Ausdruck bringen."

Konferenz der internationalen Freundeskreise in Israel

Vor 3 Wochen bin ich von ihr aus Neve Shalom/Wahat al Salam zurückgekehrt. Vertreter der Freunde aus Dänemark, Schweden, England, Frankreich, der Schweiz und den USA informierten sich über die Situation des Friedensdorfes und besprachen die Koordination der Förderung der Friedensarbeit für die nächste Zeit. Uns Deutschen bleibt weiterhin die Sorge um das Gästehaus, das die Voraussetzung dafür ist, daß die Kurse der Friedensschule im Dorf überhaupt stattfinden können.

Aus den Niederlanden war niemand gekommen, weil ihr Aussenministerium eine Warnung vor Reisen nach Israel herausgegeben hatte. Deswegen hätte es keinen Versicherungsschutz für die Reise gegeben.

Bei meinem Besuch konnte ich mich von der guten Arbeit, die dort geschieht, erneut überzeugen.

Aus dem Friedensdorf:

Die neuen Leiterinnen der sechs-klassigen Grundschule Samiha Hijazi und Maya Karmi machen einen sehr positiven Eindruck. Beide sprechen beide Sprachen. Samiha ist Araberin aus Tamra, Maya, Jüdin aus Jerusalem, spricht als Kind von Einwanderern aus dem Irak auch Arabisch. Die jüdischen und arabischen Kinder, wie auch die Lehrerinnen und Lehrer, sind engagiert bei der Sache. Für den Sportunterricht wurde nun neben der jüdischen noch eine arabische Lehrerin angestellt, um so auch auf diesem Gebiet die Vermittlung beider Sprachen zu verbessern.

Probleme macht leider, daß die jetzige Leitung des Erziehungsministeriums der Idee des gemeinsamen Lernens von jüdischen und arabischen Kindern nicht so positiv gegenüber steht wie die frühere, so daß sie und die Ortsverwaltungen ihren Anteil zu den Transportkosten der Kinder zur Schule nicht mehr im bisherigen Umfang tragen. Dazu kommen die erhöhten Kosten der zweisprachigen Erziehung und die der deswegen auch notwendigen Teilung der Jahrgänge in 2 Klassen schon bei 37 - 41 Kindern. Vom Ministerium wird dies erst ab 42 Kindern genehmigt. Wir haben mit Hilfe des Kindermissionswerks/ Sternsinger die Grundschule aus Deutschland in diesem Jahr mit 50.000 Euro gefördert.

In der Friedenschule wurden die neuen von den amerikanischen Freunden gesponserten Klassen-räume während unserer Konferenz von 2 Schülergruppen mit insgesamt 70 Teilnehmern genutzt. Die arabische Gruppe kam aus Ibellin in Galiläa, die jüdische aus Gonen/ Jerusalem.

Der 3tägige workshop wurde von den Schülern und Lehrkräften engagiert mitgemacht. In der Nacht bekamen wir übrigen Gäste die sehr angeregte Teilnahme nach dem offiziellen Tagesschluß noch lange mit. Das verstärkte in mir von neuem den Entschluß, daß wir die Jugendlichen, die nach so erregten Diskussionen verständlicherweise nicht schnell Ruhe finden, und "normale Gäste" räumlich besser trennen müssen.

Workshop der Friedensschule in Walberberg

Vom 6. bis 19. August 02 hatte das Komitee für Grundrechte und Demokratie in Köln junge Israelis (Juden und Araber) und Palästinenser, u.a. aus Ostjerusalem und der Westbank, in die Jugendakademie eingeladen. An dieser grenzüber-schreitenden Begegnung, die zur Zeit in Israel nicht möglich ist, wirkten zwei Moderatoren der Friedensschule mit, Eitan Bronstein und Omar Gbarieh. Drei 18jährige Jugendliche aus dem Friedensdorf, Rami Manna, Omer Shwartz und Ranin Boulos, nahmen teil und fühlten sich wohl, wie ich mich bei einem Besuch überzeugen konnte.

Renovierung des Gästehauses

Zur Zeit sind wir dabei die von den israelischen Behörden nach den Brandkatastrophen der Vorjahre in Beherbergungsbetrieben in Tel Aviv und Jerusalem verhängten schärferen baulichen Sicherungsmaßnahmen und die nach der langen sehr intensiven Nutzung notwendige Grundüberholung durchzuführen. Um die Kosten wollen wir uns aus Deutschland kümmern. Wir hatten vor über 10 Jahren auch den größten Teil der Finanzierung des Neubaus getragen. Aber damit workshops, Seminare, Konferenzen im Friedensdorf überhaupt durchgeführt werden können, müssen die baulichen Voraussetzungen vorhanden sein, z.B. Unterkünfte für die Teilnehmer, die eine angenehme Atmosphäre schaffen. Die gärtnerische Gestaltung in und um das Gästehaus wird von Dr. Eitan Kremer - er war 2000 bei uns in Bendorf - hervorragend betreut. Wir hoffen, daß die Zimmer bald wieder so schön sind, wie die Natur, die sie umgibt.

Welch wichtigen Beitrag angenehme Unterkunft und gute Verpflegung zum Gelingen eines Seminars leisten, haben wir gerade wieder bei unserer Tagung im Hedwig-Dransfeld-Haus Bendorf erlebt.


Wir bitten also alle mit uns nach
Spenden (auf unser Konto 32000986 bei der Kreissparkasse in Siegburg, s.u.!) und Sponsoren für die Renovierung des Gästehauses zu suchen.
 

Von der neuen von der EU finanzierten Autobahn führt von der Abzweigung Nachshon/Neve Shalom noch eine Art Autobahnzubringer leider nur kurz den Berg hinauf. Die neue Autobahnkreuzung hat das Friedensdorf und damit auch seine Einrichtungen noch besser an das Straßennetz angeschlossen. Das Gästehaus kann sich so noch mehr zu einem zentralen Treffpunkt der friedenswilligen Kräfte in Israel und darüber hinaus entwickeln. Beispiele davon konnten wir während unseres Aufenthaltes erleben.

Zusammen mit dem Doumia-Kreis- spirituellen Zentrum wird bald ein interkultureller Club im Gästehaus von Zeit zu Zeit Veranstaltungen anbieten, die die Kultur aus beiden Traditionen, der jüdischen und arabischen, der westlichen und orientalischen, einem Publikum aus beiden Völkern bekanntmachen soll. In der Gegend um das Dorf, d.h. zwischen Jerusalem und Tel Aviv, kann das zur Annäherung beider Kulturen einen wertvollen Beitrag leisten.

Das neue Haus der Volontäre, auch von uns aus Deutschland, vor allem mit Hilfe der evangelischen Kirchen im Rheinland und von Hessen und Nassau finanziert, ist fast fertig und sollte eigentlich bei unserer Konferenz seiner Bestimmung übergeben werden. Es fehlen nur noch Malerarbeiten und Teile des Innenausbaus. Durch die Sperrung der grünen Grenze konnten Bauarbeiter oft nicht zur Arbeit kommen und die vorhandenen waren zur Fertigstellung des neuen Gebäudes der Dorfverwaltung eingesetzt worden. Mir wurde versprochen, daß das Volontärshaus bald fertig wird. Die Freiwilligen u.a. aus Deutschland und der Schweiz arbeiten z.B. im Kindergarten und in der Schule engagiert mit und fühlen sich im Dorf trotz der politischen Unruhen im Land sichtlich wohl. Vor allem der Kontakt zu den Familien im Dorf ist sehr gut.

Von den humanitären Aktionen, die die Dorfgemeinschaft an arbeitsfreien Samstagen in Orten der Westbank durchführt, die u.a. von medizinischer Versorgung komplett abgeschnitten sind, erhielten wir an einem Abend einen eindrucksvollen Bericht. Ein Video zeigte, unter welch schwierigen und teilweise gefährlichen Bedingungen diese humanitäre Arbeit durchgeführt wird. Einen Aufruf des Teams der humanitären Hilfe, für die Heilungskosten eines kleinen palästinensischen Kindes zu spenden, gebe ich hier weiter:

Das Mädchen Malak ist sechs Jahre und ihr Körper ist zu 60% mit Brandwunden 3.Grades bedeckt. Das Unfall- und Rehakrankenhaus Tel Hashomer hat sich bereit erklärt die notwendigen Operationen durchzuführen. Für die erforderli-chen 50.000 Euro (für 60 Tages- und Operationskosten) sind erst 20.000,- zusammengekommen."

Spenden dazu sind auf das Konto 32012296 der Bruno-Hussar-Stiftung bei der Kreissparkasse in Siegburg BLZ 38650000 mit dem Vermerk „humanitäre Hilfe" oder „Malak" erbeten.

 

Aus den Zinsen der Bruno-Hussar-Stiftung im Gründungsjahr und Spenden, konnten wir für die Hilfe, die das medizinische Team des Friedensdorfes an Samstagen in der Westbank leistet, bereits 13.200

Euro für Medikamente und Lebensmittel über weisen.

Um in Zukunft solche Aktivitäten noch mehr fördern zu können, würden wir das Kapital der Stiftung gern aufstocken. Für Zuwendungen zum Kapital von Stiftungen gibt es besondere Steuervergünstigungen. Wir geben gerne Auskunft.

Die Vortragsreise von Evi Guggenheim-Shbeta im Juni 02 nach Nürtingen, Erlangen, Münster, Gütersloh und Bielefeld war ein voller Erfolg, wie uns Teilnehmer berichteten. Sie konnte dadurch dem Friedensdorf neue Freunde gewinnen und Mittel für die Finanzierung der Friedenarbeit.

Der Arabisch-Jüdische Abend, den unser Mitglied Gidon Horowitz zusammen mit seinem Kollegen Jussuf Naoum und Frau Katharina Müther am 30.6. in der Katholischen Akademie in Freiburg zur Unterstützung der Friedensarbeit von Neve Shalom/Wahat al Salam gestaltete, war ebenso erfolgreich.

Runde Geburtstage, Hochzeiten, Konzerte und eine Beerdigung trugen u.a. auch zu Spenden bei. Ein Ehepaar aus Berlin hatte unter dem Stichwort „160" um sie anstatt Geschenken gebeten. 1.165,- Euro widmeten sie der Aufstockung des Kapitals der Bruno-Hussar-Stiftung. Die über 700 Euro bei einem Geburtstag in Dorsten kommen direkt der Unterstützung des Friedensdorfes zugute, ebenso wie Spenden statt Blumen bei der Beerdigung eines langjährigen Freundes.

Pfarrer i.R. Walter Schmidt, früher stellvertretender Leiter der Evangelischen Akademie Iserlohn, ein engagierter Förderer des Gesprächs zwischen Juden, Christen und Muslimen, hatte manche Gruppen durch Israel geführt und dabei das Friedensdorf besucht. Ein Hinweis im Nachruf erbrachte Spenden von 2.445 Euro.

Allen Spendern herzlichen Dank!

Unsere Ausstellung über das Friedensdorf war an vielen Orten im Einsatz. Sie kann kostenlos ausgeliehen werden.

Bendorf vom 4.-6.10.2002 "Gegen-, Neben- oder Miteinander?
Israelis und Palästinenser entscheiden die Zukunft des Nahen Ostens "

Das Thema unserer Tagung wurde von den Referenten aus sehr unterschiedlichem Blickwinkel beleuchtet: Der israelische Wirtschafts- und Sozialexperte Grisha Alroi-Arloser aus profunder Kenntnis des israelischen Establishments; Suleiman Abu Dayyeh, M.A., als Palästinenser und Mitarbeiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für den sozialen und wirtschaftlichen Aufbau in der Westbank, deren Strukturen in Reaktion auf die Oktober 2000 ausgebrochene Al-Aqsa-Intifada durch die Besatzungsmacht zerstört wurden; Bob Mark aus seinen Erfahrungen als Lehrer an der Schule im Friedensdorf, Dr.Kinan Jaeger aus der fachlichen Kompetenz und Distanz des deutschen Wissenschaftlers; und Wolf Homburger, aus Deutschland stammender US-Amerikaner, der sich der Friedensarbeit in Israel sehr verbunden fühlt.

Mehr als 70 Teilnehmer machten engagiert mit. In der Diskussion wurden wir u.a. gefragt: „Was sagt uns die Tatsache der Existenz und der gewaltförmigen Austragung dieser Konflikte über uns Menschen - über unsere individuelle und gesellschaftliche Verfaßtheit? Wie können Menschen, also auch wir, solche Situationen ohne Gewalt meistern?" Diesen Fragen wollen wir uns u.a. auf unserer nächsten Tagung im September 2003 stellen.

Bob Mark's Rundreise nach der Tagung durch Deutschland war ein großer Erfolg. Er sprach u.a. in Koblenz, Wiesbaden, Ludwigsstadt, Bad Godesberg, Bremen, Göttingen, Wittenberg und Hamburg. Wer im September wieder einen unserer Referenten zu sich einladen will, möge uns dies bald z.B. per e-mail mitteilen. Dies gilt evt. auch für die Vertreter der Friedensschule, die zur Preisverleihung (s.S.1) im Frühjahr nach Deutschland kommen.

Unser Vorstandsmitglied Pfarrerin Rosemarie zur Nieden berichtet von einer Solidaritätsreise ins Heilige Land

Vom 1. – 9. November 2002 fand auf Bitten von Vertretern der palästinensischen Kirche eine Solidaritätsreise statt, an der 28 Personen teilnahmen - seit 2 Jahren die erste Besuchergruppe! Bedrückend war es zu hören und zu sehen, was es bedeutet, im eigenen Land in vielen von einander getrennten Gefängnissen zu leben , für die seit der 2. Intifada erheblich verschärfte Bedingungen gelten. Vielfältig waren die Besuche und Gespräche in Beit Jala, Bethlehem, Ramallah, Talitha Kumi, Beit Sahour und NSH/WAS. In der Beurteilung der Situation stimmten die Gesprächspartner überein:

Bischof Munib Younan (Ostjerusalem):" Es ist die schwierigste Zeit der Geschichte. Wir sehen alle Mächtigen gegen uns. Es ist eine hoffnungslose Situation."

Pfr. Mitri Raheb (Bethlehem): „Wir sind in einer Art Sackgasse.. Arafat will Frieden, aber weiß nicht, wie der zu schaffen ist. Sharon weiß das, aber er will nicht."

Rachel Freudenthal, Dozentin, (Westjerusalem): "Die heutige Situation ist hoffnungslos. Wir sind den Kräften nicht gewachsen, die nicht Frieden wollen. Wir haben das Gefühl, unsere Kinder müssen von hier weg."

Immer mehr wandern aus, vor allem auch christliche Palästinenser.

Auf die Frage: „Was läßt Sie bleiben und weitermachen?", antwortet Mitri Raheb, „Die einzige Alternative ist, heute Olivenbäume zu pflanzen, nicht morgen; sonst gibt es keine Schattenspender mehr für unsere Kinder, kein Öl, um Wunden zu heilen." Er nimmt Bezug auf ein Martin Luther zugeschriebenes Zitat vom Apfelbäumchen.

Vorschau:

Am Ökumenischen Kirchentag in Berlin vom 28.5. – 1.6.2003 werden wir wieder mit einem Stand auf der Agora - dem Markt – vertreten sein.

Unsere nächste Tagung in Bendorf vom 5. - 7. 9. 2003 hat das Thema:

„Was macht die Besatzung aus Besetzten und Besatzern?"

Die nun schon über 35 Jahre dauernde Besatzung und der Versuch, sie abzuschütteln (Intifada), sowohl gewaltlos als auch mehr und mehr gewalttätig, haben auf beiden Seiten Spuren hinterlassen und die Menschen oft sehr verändert. Jüngst hat der jüdische New Israel Fund in einer Anzeigenkampagne die Juden der USA aufgefordert, in Israel demokratische Werte zu fördern, Werte, die seit der Intifada erodiert seien. Die Anzeige beginnt damit: „Wir unterstützen ein starkes und demokratisches Israel. Demokratie meint mehr als nur Wahlen. Sie meint Unterstützung der menschlichen und bürgerlichen Rechte unschuldiger Zivilisten – Juden und Palästinenser – auch im Krieg."

Auf der ersten Seite des in Tel Aviv erscheinenden MB, Mitteilungsblatt des Verbands der Einwanderer deutscher Sprache, vom November 2002 klagt Professor Paul Alsberg, der verantwortliche Leiter dieses Blattes: „De facto haben wir seit fast zwei Jahren keine funktionierende Demokratie. Es gibt keine Opposition, die stark genug wäre, eine Alternative zu sein."

Israels Zustand stimmt nicht nur ihn, sondern auch viele Freunde Israels traurig.

Referenten aus Israel und Europa werden mit uns über unser Thema sprechen. Zugesagt haben bereits Frau Monique Eckmann vom Institut d’etudes sociales in Genf und Herr Dr.Yousef Nashef von NSH/WAS. Als Psychiater hat er vor allem mit palästinensischen Kindern zu tun und hat über die Auswirkungen der Intifada auf diese ein Buch geschrieben.

In der Hoffnung auf Besserung wünsche ich schöne und friedvolle Feiertage hier und dort "shalom, salam, pax, Frieden, peace"

Ihr

Hermann Sieben

 

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Revised: 15-Jan-2003.