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Wie lange noch werden Milliarden in so unsinnige Kriegsmaschinerien investiert anstatt in Friedenserziehung!?

Mittwoch 23. Juli 2014, von Evi Guggenheim Shbeta

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Vor genau einer Woche war ich mitten in einer Paartherapie als plötzlich ganz unerwartet bei uns in Neve Shalom Wahat al Salam die Sirenen heulten. Kurz danach läutete deren elfjährige Tochter völlig erschreckt, schluchzend und weinend an. Sie hatte ihre beiden jüngeren Geschwister aus dem Schlaf gerissen um in den geschützen Raum zu rennen. Das war der Anfang. Heute sah ich das Paar wieder.

Sie erzählten mir, dass der 4 jährige Bub seither Angst hat das Haus zu verlassen.
In den Nachrichten wurden heute eine Mutter von Sderot und ein Vater von Gaza interviewt. Die Mutter von Sderot erzählte dass ihre Kinder nicht mehr in Ruhe duschen und auf die Toilette gehen können, der Vater aus Gaza sagte darauf, dass die Kinder in Gaza weder Duschen noch auf die Toilette gehen können, da sie kein fliessendes Wasser mehr haben.....

Diesem neuen unsinnigen Gazakrieg ging das Kidnappen und Töten von drei 16 jährigen jüdischen Jugendlichen durch Palästinenser voraus, auf die mit einer massiven und aggressiven Such- und Festnahmeaktion der Armee in der Westbank folgte, worauf ein palästinenesischer Jugendlicher von jüdischen Israelis entführt und verbrannt wurde. Wir hatten das Gefühl, dass die Beziehungen zwischen Juden und Palästinenser im Land kurz vor der Explosion standen. Das Misstrauen und die Spannung waren unerträglich.

Unsere Reaktion war eine Notsitzung mit anderen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen einzuberufen. Das Ergebnis war die Demonstration die wir am letzten Samstag in Tira, einer arabischen Stadt neben Kfar Saba abhielten. Unter dem Motto: "Wir weigern uns Feinde zu sein!" kamen um die 400 Leute.

Ein kleiner Lichtblick in dieser dunklen Zeit.

Die vielen Sirenenalarme sägen an unseren Nerven. Die Hilflosigkeit die wir gegenüber den massiven Bombardierungen mit der Unzahl von Todesopfern und Verletzten in Gaza spüren ist unerträglich.

Wie lange noch werden Milliarden in so unsinnige Kriegsmaschinerien investiert anstatt in Friedenserziehung!!???

Und trotzdem noch ein anderer kleiner Lichtblick: Auch in dieser verrückten Zeit kommen trotz allem jeden Tag jüdische und palästinensische Kinder zu uns nach Neve Shalom Wahat al Salam ins Sommercamp, das wir zusammen mit dem "Open House" in Ramle organisieren.

In der Hoffnung auf bessere Zeiten sende ich Euch von Herzen ein grosses.

Shalom, Salam aus Neve Shalom Wahat al Salam, das leider in diesen Tagen eher eine Oase als eine Quelle des Friedens ist.

Evi.


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